Lebensspuren e. V.

Interessengemeinschaft der Lebensbornkinder in Deutschland und Vereinigung zur geschichtlichen Aufarbeitung des “Lebensborn”

Das Mädchen Bodil vor dem ehemaligen Heim Klekken/Norwegen Plastik von Jon Torgersen

Habt Ihr mich vergessen?

“Die Entwurzelung ist bei weitem die gefährlichste Krankheit der menschlichen Gesellschaft. Wer entwurzelt ist, entwurzelt. Wer verwurzelt ist, entwurzelt nicht. Die Verwurzelung ist vielleicht das wichtigste und meistverkannte Bedürfnis der menschlichen Seele.”

Simone Weil

Wer wir sind

Plastik “Mutter mit Kindern” vom ehemaligen Heim “Kurmark” Klosterheide

 

Der Verein “Lebensspuren e.V.” ist eine Interessengemeinschaft von Menschen, die in ehemaligen Heimen des “Lebensborn” in den Jahren 1936-1945 geboren wurden, bzw.aus dem Ausland geraubt worden sind und und in diesen Heimen untergebracht waren. Sie und ihre Familien unterstützen die Aufarbeitung des Themas “Lebensborn” und helfen bei der Suche nach den eigenen Wurzeln. Der Verein verfolgt seine Ziele lt. Satzung neutral, unabhängig und im Einklang mit dem Grundgesetz. Er ist weder parteipolitisch noch konfessionell gebunden.

Er signalisiert seine gesellschaftliche Position durch den Beitritt zum „Netzwerk für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt“, dem Bundesland, in dem der Verein seinen Sitz hat. Seit Jahren treffen wir uns regelmäßig. Auf dem Treffen 2005 in Wernigerode haben wir uns zu dem Verein „Lebensspuren“ zusammengeschlossen. Mittlerweile gehören dem Verein außer „Lebensborn-Kindern“ auch Angehörige, Historiker, Therapeuten, Publizisten und andere am Thema Interessierte an.

Der gemeinnützige Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden sowie Fördermitteln aus öffentlicher Hand.

Wir sind ehemalige „Lebensborn-Kinder“,

die zwischen 1936 und 1945 geboren sind, die meisten in einem von 24 Heimen. Diese gehörten dem „Lebensborn e. V.“, der 1935 auf Veranlassung von Heinrich Himmler gegründet wurde, um „rassisch und erbbiologisch wertvolle“ Mütter und Kinder zu fördern und zu unterstützen. Einige von uns kennen bis heute weder Geburtsort noch Herkunft.

Informationsheft  Lebensbornheim “Harz”

Ziele des Vereins

  • Förderung der Kommunikation untereinander und gegenseitige Unterstützung bei der Suche nach den eigenen Wurzeln;
  • Informationsvermittlung über den „Lebensborn e. V.“ und seine Folgen sowie die Aufarbeitung seiner Geschichte;
  • Veranstaltung von Tagungen und Seminaren;
  • Aufbau eines Archivs, einer Dauerausstellung und eines Informationszentrums zur Geschichte des „Lebensborn“.;
  • Kooperation mit den europäischen Vereinen von “Lebensbornkindern”, sowie Zusammenarbeit mit anderen europäischen Netzwerken und Einrichtungen die ähnliche Ziele verfolgen (BOW i.n. – BORN OF WAR, international network).

Als „Lebensborn-Kinder“ fühlen wir uns in der besonderen Verantwortung zur Aufarbeitung und Versöhnung. Fast 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz werden in Deutschland wieder Vertreter rechtsextremer Randgruppen in Parlamente gewählt, wird auf internationaler Ebene die „Auschwitz-Lüge“ diskutiert. Deshalb dürfen gerade wir nicht aufhören, an die Verbrechen des Naziregimes zu erinnern.

Wer, wenn nicht wir, kann Lebensbilder und Erfahrungen für kommende Generationen beschreiben und daran erinnern. Wir dürfen nicht aufhören an die vielfältigen Verbrechen des Naziregimes zu erinnern.

Elke Sauer (1941 - 2017)

Elke Sauer (1941 – 2017)

Im Gedenken

In der Nacht vom 12. zum 13. Februar verstarb im Alter von 75 Jahren unser
langjähriges Vereinsmitglied ELKE SAUER (*1941  † 2017).   Tief  betroffen
nimmt der Verein von einer Frau Abschied, für die „Lebensspuren e.V.”,  wie
sie selbst immer sagte, eine Art Familie geworden ist. Schon lange von ihrem
Leiden gezeichnet, erwarb sie sich besondere Verdienste bei der Herausgabe
unseres  Buches  „Verschwiegene  Opfer der  SS”. Darüber  hinaus hat sie als
Buchautorin  ihre  Lebensgeschichte  niedergeschrieben,  die  auch ein  Stück
weit  die Entstehung  und  Entwicklung des  Deutschland  der  Nachkriegszeit
widerspiegelt.

Wir  sind  in  Gedanken bei  ihr  und wünschen ihren  Angehörigen in  diesen
schweren Stunden des Abschieds viel Kraft.
In  ehrendem  Andenken an sie werden der  Vorstand und die Mitglieder ihre
begonnene   Arbeit   fortsetzen   und  die   öffentliche   Aufklärung  über den
„Lebensborn” als rassisch geprägtem „Programm” und  seine  Folgen  für die
darin Geborenen voran treiben.

 

Neue Mitglieder,

Lebensborn-Enkel (unsere Kinder und Kindeskinder), Förderer und Interessenten sind uns immer willkommen. Sie helfen uns unsere Ziele zu realisieren.

Weitere Informationen finden Sie hier