Aktuelles / Veranstaltungen / Neuerscheinungen

 

Buchcover_Ludwig

VERSCHWIEGENE OPFER DER SS
Lebensborn-Kinder erzählen ihr Leben

Im Auftrag des Vereins „Lebensspuren e. V.“ herausgegeben von Astrid Eggers und Elke Sauer
Mit einem Beitrag von Dr. Georg Lilienthal:  Der „Lebensborn e. V.“und seine Folgen

Engelsdorfer Verlag Leipzig 2015, ISBN: 978-3-95744-570-4

Das Buch kostet 12,00 EUR und kann auch über die Geschäftsstelle, Veckenstedter Weg 43, in 38855 Wernigerode,
oder den 1. Vorsitzenden bezogen werden.

 

 

Rückblick auf das 13. Jahrestreffen in Wernigerode

Vom 25. bis zum 27. September 2015 fand in Wernigerode das 13. Jahrestreffen der “Lebensborn”kinder statt. Es war ein besonderes Treffen, da vor zehn Jahren hier in Wernigerode der Verein “Lebensspuren e. V.” die Vereinigung der “Lebensborn”kinder in Deutschland gegründet worden war. Bisher hat sich viel getan. So ist es sicher auch ein Verdienst dieses Vereins und seiner Mitglieder, dass das Thema “Lebensborn” indessen mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Leider sind dabei nicht alle Diskussionen und Veröffentlichungen von Sachlichkeit  geprägt und fundieren nicht auf dem vorliegenden wissenschaftlichen Kenntnisstand. Immer wieder gibt es Äußerungen zu den “Lebensborn”heimen, sie seien Bordelle oder Stätten gezielter Zusammenführung rassisch erwünschter Männer und Frauen gewesen. Die Fantasien einiger Menschen bringen sogar den Zusammenhang der künstlichen Befruchtungen mit den “nationalsozialistischen Kopulationsheimen”.  Selbst in den öffentlichen Medien von Funk und Fernsehen nehmen derartige Berichte nicht ab. Hiergegen wendet sich der Verein immer wieder in der Öffentlichkeit. Die sachliche und geschichtlich ehrliche Aufarbeitung hat sich der Lebensspuren e.V. auf die Fahnen geschrieben. Erfreulicherweise ist das Interesse der jungen Generation an diesem Thema gewachsen. In öffentlichen Veranstaltungen, in Foren mit Schülern und Studenten sowie bei der Betreuung von entsprechenden Facharbeiten und Projekten stehen immer wieder die Lebensbornkinder mit eigenen Berichten, und Informationen beratend diesen jungen Menschen zur Seite. Der Verein konnte daher in diesem Jahr eine positive Bilanz seines Wirkens ziehen. Hier der ausführliche Bericht.

 

 

 

Rückblick

12. JAHRESTREFFEN des Vereins 2014 in Wernigerode
Hier klicken: Bilder & Impressionen vom 12. Jahrestreffen 2014 in Wernigerode

Zahlreich erschienen die ehemaligen Lebensbornkinder zum diesjährigen Jahrestreffen aus dem In- und Ausland.
Es hatten sich auch Gäste angemeldet. Z. B. eine Studentin aus Lissabon, die eine Masterarbeit zum Thema „Der Lebensborn und die heutige Präimplantationsdiagnostik“ schreibt. Aus Norwegen kamen Filmemacher, die eine Dokumentaion über den Lebensborn in Norwegen drehen. Einige Lebensbornkinder erklärten sich bereit, an dem Projekt mitzuarbeiten. Anwesend war auch ein Vertreter der örtlichen Tageszeitung, außerdem ein Journalist von der Neuen Zürcher Zeitung. Er recherchierte über uns beim Jahrestreffen. In der NZZ wurde dann am 16.06.2014 auf einer ganzen Seite über den Lebensborn berichtet, unter anderem auch über unser Jahrestreffen.

Inhaltliche Höhepunkte der Tagung waren zum einen das Referat von Matthias Meißner, u.a. Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Wernigerode zum Thema „Nationalsozialistische Rassenpolitik“ und zum anderen die Podiumsdiskussion „Erinnern – nicht vergessen und verdrängen“ mit der Journalisten Ebba Drolshagen, der Schriftstellerin Gisela Heidenreich und dem Historiker Dr. Georg Lilienthal.

 

Podiumsveranstaltung Erinnern - und nicht vergessen und verdrängen" in der Remise

Podiumsveranstaltung Erinnern – und nicht vergessen und verdrängen” in der Remise

Wer wollte, konnte an einer Besichtigung der Mahn-und Gedenkstätte Wernigerode unter der Führung von Matthias Meißner teilnehmen.
Wir danken allen Teilnehmern für ihr Kommen zur 12.Jahrestagung in Wernigerode.

 

Bis zum nächsten Treffen 2015 im schönen Harz.

Heide W.

„Zeitzeugenbericht“ – Berichte und Gespräche im Stadtfeld-Gymnasium

Am 9.5.2014 besuchten Barbara  K. und ich in Wernigerode das Stadtfeld-Gymnasium, um als Zeitzeugen aus unserem Leben zu erzählen. Wir trafen dort nicht nur auf die Schüler einer  Klasse, sondern insgesamt ca. 85 Schüler und Lehrer folgten interessiert unseren Ausführungen. Obwohl ich schon mehrmals in der Öffentlichkeit von meiner Geburt im „Lebensborn“ und der daraus entstandenen tragischen Familiengeschichte berichtet habe, beschlich mich auch dieses Mal wieder das Gefühl von Scham und Schuld, weil ich weiss, wie sich bis heute die unwahren und unschönen Geschichten über diese Geburtsstätten im Dritten Reich erhalten haben und sogar noch heute im Geschichtsunterricht falsch vermittelt werden. In Wernigerode hatten wir eine sehr interessierte Zuhörerschaft. Die Schüler waren sehr gut auf das Thema vorbereitet. Mir fällt immer wieder auf, wie aufgeschlossen die heutige Jugend  ist und mehr über diese Zeit erfahren will. Wir  konnten mit den Schülern auch diskutieren und ihre Fragen beantworten.

 

Heilwig W.

Barbara K und Heilwig W. beim Gespräch im Stadtfeld-Gymnasium Wernigerode

Barbara K und Heilwig W. beim Gespräch im Stadtfeld-Gymnasium Wernigerode

 


Ich war bei unserem “Zeitzeugenbericht” vor 85 Schülern des Gymnasiums Wernigerode beeindruckt von der Disziplin, der Art der Fragen, die deutlich machten, dass sie gut vorbereitet waren und uns mit großem Interesse zugehört haben, und der Anteilnahme am Schicksal der Generation der Kriegskinder, insbesondere der Lebensbornkinder. Über 2 Unterrichtsstunden hörten sie uns zu und stellten Fragen, bzw. äußerten einen Standpunkt. Das Echo der anderen Schulen in der Umgebung hat gezeigt, dass diese Art der Vermittlung historischer Fakten die Schüler anspricht und auch weiter genutzt werden sollte.

Barbara K.

 

 

Information

Der Verein Lebensspuren e.V. hat in Zusammenarbeit mit den europäischen Kriegskindervereinen die im Netzwerk BOW i . n . zusammengeschlossen sind an die Regierungen der jeweiligen Länder
ein Schreiben mit Fragen zu folgenden Schwerpunkten gerichtet: (Auszug)(Born of War international network)

“Als Kriegskinder des Zweiten Weltkrieges” bzw.als “Lebensbornkinder” haben wir am eigenen Leib erfahren, wie es unseren Müttern ergangen ist und wie schwierig es ist, den leiblichen Vater ausfindig
zu machen und gegebenenfalls kennen zu lernen. Einige von uns kennen bis heute weder Geburtsort noch Herkunft.Auch heutige Friedenseinsätze und daraus mögliche Liebesverhältnisse dürfen keinen
“Krieg gegen Kinder” zur Folge haben. Aus dieser Besorgnis heraus fragen wir Sie,

  • Welche Regelungen gelten im Falle einer Schwangerschaft, um die künftige Mutter zu schützen?
  • Wie verhält es sich mit der Anerkennung der Vaterschaft eines geborenen Kindes ,sowie mit der Regeleung des Unterhalts?
  • Hat das Kind einen Rechtsnspruch seinen Erzeuger zu ermitteln?
  • Sind die Unterlagen des Kindes zugänglich und in welcher Weise schützt man es bei der Suche nach seinem Erzeuger (cf Artikel 8 und 9 der UN Kinderrechtskonvention)?
  • Hat das Kind ein verbrieftes Recht auf die Staatsbürgerschaft des Vaters und ggf. eine Doppelstaatsbürgerschaft, wenn nicht warum?

Die Schreiben sind  Anfang Oktober an den Bundespräsidenten

  • der Bundesrepublik Deutschland,
  • an die Bundeskanzlerin,
  • an die Bundesfamilienministerin, sowie
  • an den Bundesverteidigungsminister

versendet worden.

Im Auftrag der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und des damaligen Bundesministers der Verteidigung Dr. Thoma de Maiziere hat die Bundesfamilienministerin Frau Dr. Christina Schröder
am 30.11. 2012 auf unser Schreiben geantwortet. Die Bundesregierung hat sich für das Schreiben bedankt. Man werde darüber nachdenken. Weitere Informationen oder Reaktionen
liegen bis
heute jedoch nicht vor. Es bleibt zu wünschen, dass die Regierung das Problem ernst nimmt und im Interesse von betroffenen Müttern und Kindern in diesen Ländern eine Lösung bzw. Richtlinien,
ggf. gesetzliche Regelungen dafür schafft.